savioz fabrizzi architectes
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neues Primarschulhaus in Martigny, Wettbewerb
Bauherr: Gemeinde Martigny Mitarbeiter: Laurent Savioz, Barbora Pisanova, Fabien Hohermuth Programm: Projektwettbewerb für den Bau einer neuen Schule, einer Betreuungsstätte für Schulkinder (UAPE) und einer Turnhalle Daten: Wettbewerb 2025 Bauingenieur: Alpatec SA, Martigny, Alain Hugo
Einbindung in den Stadt- und Landschaftskontext Das neue Schul-, Sport- und UAPE-Programm fliesst nahtlos in die Geometrie der bestehenden Bebauung ein und bildet einen einheitlichen Baukörper. Durch die Lage des Gebäudes am nördlichen Ende des Grundstücks wird der südliche Teil für eine Abfolge abwechslungsreicher Aussenanlagen freigehalten, die den Schulweg säumen. Die Anordnung dieser Aussenanlagen lädt die Anwohner dazu ein, sich die Orte ausserhalb der Schulzeiten zu eigen zu machen. Tatsächlich bildet der gestaltete Deich den Übergang zwischen dem Ufer und dem Wohnquartier und wird so zu einem neuen öffentlichen Zentrum mit Anbindung an die Dranse, das die Identität des Quartiers stärkt. Die UAPE am Bodenniveau sucht eine Verankerung im Boden und profitiert von der Aussenanlage. Die Schule, die sich im 1. und 2. Stock befindet, ermöglicht einen Blick über den Deich hinweg auf die Obstgärten östlich des Flusses.
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Aussenanlagen Die grosszügige Baumbepflanzung des Areals sorgt für ein angenehmes Aussenklima, das sowohl durch den Schatten als auch durch die Evapotranspiration der Pflanzen entsteht. Bei der Auswahl der Pflanzen wird ein Schwerpunkt auf einheimische Arten gelegt. Eine Entwässerungsrinne leitet das Regenwasser ab.
Mobilität, Zugang und Trennung der Verkehrswege Das Mobilitätskonzept fördert die sanfte Mobilität und die Sicherheit der jungen Nutzer. Der Weg entlang der Dranse und der Weg südlich der Schule, die dem sanften Verkehr vorbehalten sind, bilden die bevorzugten Zugänge zum Areal. Über den Chemin de la Praille ist eine Zufahrt nur für Busse, Lieferverkehr und Notfälle möglich, um Belästigungen und Gefahren zu begrenzen.
Architektonisches Konzept Der Haupteingang befindet sich in der südöstlichen Ecke. Eine grosszügige Anlage, die einen überdachten, zweistöckigen Schulhof mit der Eingangshalle verbindet, leitet den Weg zu den beiden oberen Schulstufen, dem Rhythmikraum sowie der Turnhalle auf der unteren Ebene. Zusätzlich zu seiner üblichen Funktion kann der Rhythmikraum, der an die Eingangshalle angrenzt, bei besonderen Anlässen als Erweiterung des Eingangsbereichs genutzt werden und bietet zudem einen einfachen Zugang für ausserschulische Vereine. Die Verteilbereiche der Schule bilden eine Vielzahl von Teilräumen, die Erweiterungen zu den Klassenzimmern bieten, wie beispielsweise eine Bibliothek, Lern- oder Entspannungsbereiche.
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Ein vor dem vorherrschenden Wind geschützter Innenhof verbindet die beiden Schulstufen miteinander und bietet einen Ruhebereich oder einen Aussenunterrichtsraum. Die UAPE ist als grosser, ebenerdiger Raum konzipiert, der einen einfachen und sicheren Zugang zum Garten bietet.
Wiederverwendung Die Abbruchmaterialien werden vor Ort wiederverwendet. Die Betonelemente der bestehenden Halle werden zersägt und für die Aussenpflasterung wiederverwendet. Die Wand der Haupthalle auf der Deichseite wird bis zur halben Höhe erhalten, um die erste Stufe einer Treppe zwischen dem Deich und dem Pausenhof zu bilden. Die bestehende Fundamentplatte wird teilweise für den Spielplatz erhalten, und die Dachstühle werden zu Bänken und einem Pavillon umgebaut. Das nicht belastete Aushubmaterial wird auf dem Areal wiederverwertet.
Energiekonzept Um eine Überhitzung im Sommer zu vermeiden, bestehen die ideal positionierten und windunempfindlichen Sonnenschutzvorrichtungen aus farbigen, matten Photovoltaikmodulen, die vor jedem Fenster angebracht sind und an die naive Ästhetik farbiger Markisen erinnern. Die Verbunddecken, die Unterlagsböden und die Wände aus Lehmziegeln bieten ein gutes thermisches Trägheitspotenzial.
Tragwerk und Materialität Das Tragwerk des Gebäudes besteht überwiegend aus Holz. Leicht, erneuerbar, CO₂-arm und schnell zu verarbeiten. Das Tragwerk besteht aus Holzpfeilern, Holzrahmenwänden und Holz-Beton-Verbunddecken, die für Komfort und thermische Leistung sorgen. In bestimmten Bereichen ist der Einsatz von Stahlbeton erforderlich. Das UG ist aus Beton ausgeführt, um Dichtheit und Langlebigkeit zu gewährleisten. Tragende Betonwände sind aus Gründen der allgemeinen Stabilität und des Erdbebenschutzes strategisch in die Konstruktion integriert. Das Erdbebenschutzkonzept basiert auf einem gemischten Aussteifungssystem: Holzwände, die durch in die Wände integrierte Diagonalen ausgesteift werden, gepaart mit Stahlbetonwänden, insbesondere rund um den Lift-Schacht und unter den Betonplatten.
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